Freitag, 1. März 2013

Eisigartige Erlebnisse

Die nächste Station nach den „Pancake rocks“ von Punakaiki hieß für uns „Fox Gletscher“.
Damit sind wir in den sogenannten südlichen Alpen angekommen, die mit den deutschen Alpen  durchausvergleichbar sind. Fox ist ein kleines Dörfchen im Gebirgstal über dem der zweitgrößte Berg Neuseelands, der „Mt. Tasman“ thront. Dieser liegt wiederum zwischen dem „ Mt. Cook“, dem mit gut 4000 Meter höchsten Berg Neuseelands und dem Fox Gletscher, den wir auch bewanderten. Alles in allem eine ganz neue Landschaft, die wir hier so noch nicht gesehen hatten und die doch wieder wunderschön ist. Nun aber zu unseren Erlebnissen.
Nachdem wir am Tag unserer Ankunft einen Überblick über Lage verschafft haben, in Form einer mehrstündigen Wanderung zu einem Aussichtspunkt, von dem aus man den ganzen Gletscher sehen konnte, waren wir am nächsten Tag bereit für die „coole Gletscher-Kletter-Wander-Tour“.
In unserer 12er-Gruppe führte uns unser Guide durch einen Regenwald, der unfassbarer Weise direkt an den Gletscher angrenzt. Dort angekommen wurden wir dann mit Eis-Spikes ausgestattet und machten damit unsere ersten Gehversuche auf dem Eiskollos. Nach kurzer Eingewöhnungszeit kamen wir damit gut zurecht und es hat wirklich Spaß gemacht sich mit der Gruppe einen Weg über den Gletscher zu bahnen. So erforschten wir Eistunnel, Höhlen und Gletscherspalten zwischen großen Eistürmen rechts und links von uns.  Wir durften nicht nur auf dem Eis laufen, sondern uns einmal sogar in ein tiefes Loch abseilen. Was sich gefährlich anhört war allerdings kein großes Ding, da wir ja mit dem Seil gesichert waren und das Loch schnell so eng wurde, dass man nicht sonderlich weit hinunter konnte.
Da das Wetter auch noch mitspielte und die Sonne die ganze Zeit schien, war es nicht einmal kalt und wir verbrachten vier Stunden auf dem Eis und genossen die Landschaft – ein wirklich „eisigartiges“ Erlebnis
J!
Da der Gletscher in den letzten 7 Wochen leider um 45 Meter zurückging, konnten wir den Rückweg im Wissen, dass er einen Meter kürzer sein wird als der Weg aufwärts, beruhigt angehen und kamen ohne von Eisbrocken erschlagen zu werden oder in Gletscherspalten zu fallen heil unten an.
Woher der Name „Fox“ kommt, können so zwei schlaue Füchse wie wir natürlich einfach erklären: Am Ende des Tages waren wir, obwohl er gefühlt fix verging, total foxy :D


                                                                   Der Mt- Tasman
 
Der Fox Gletscher von unten
 
 
                                                                               Aufstieg
 
 
                                                                                  Abstieg
 
 
 
 
 
 
 
 

Das andere einzigartige Erlebnis dieser Tage kann nur von einem von uns berichtet werden, da Jul sich entscheiden hat, dass es nichts für ihn ist, aus einem Flugzeug zu springen. Jo dagegen begrüßte die Angst wie einen alten Freund, umarmte sie uns riss sie mit in die Tiefe. Dazu berichtet Jo jetzt mehr:

4000 Meter Höhe, 45 Sekunden freier Fall,  eine Geschwindigkeit von 200 km/h  – diese Worte reichen wohl aus, um die Dimensionen eines Skydives (Fallschirmsprungs) aufzuzeigen.  Den Wunsch, das zu machen, hatte ich seit den ersten Tagen hier in Neuseeland,  meine Zweifel, die vorallem aufgrund des Preises existierten, hatte ich trotzdem.  Je näher jedoch das Ende der Reise rückt, desto sicherer wurde ich mir. Und somit hatte ich mich vor  ein paar Tagen entschlossen, dass Fox Glacier der richtige Ort für diesen Adrenalin-kick ist. Auch weil die südlichen Alpen in Neuseeland als der zweitschönste Ort“ auf der ganzen Welt  für einen Skydive gelten.
Lange Rede, kurzer Sinn, der Tag des Sprungs war gekommen. Ausgestattet mit Anzug, „Helm-Mütze“ und Sicherheitsvorkehrungen ging es ab ins Flugzeug. Langsam war mir dann doch mulmig zu Mute, die riesige Vorfreude wich ein wenig der Angst. Als das Flugzeug dann abhob, wurde mir klar: Jetzt geht’s los! Trotz der Aufregung konnte ich den Flug über die Alpen wirklich genießen. Es war ein phänomenaler Ausblick: Auf der einen Seite schneebedeckte Berge und Gletscher , auf der anderen die Westküste samt Meer. Als wir jedoch bei ca. 3000 Metern angekommen waren, begannen die Sprungvorbereitungen: letzte Kontrolle des Fallschirms und der Befestigungen zwischen mir und meinem Tandem-Meister und langsam krabbeln Richtung Lucke. Angekommen bei 4000 Meter Höhe wurde dann die „Türe“ geöffnet.  Nun auf der Lucke sitzend, mit Blick nach unten, war ich nun gar nicht mehr mutig, sondern hatte eher riesige Angst (Verständlich, oder? :D)  Viel Zeit zum Nachdenken blieb dann aber auch nicht mehr, denn dann gings schon los. Und wie! Was für ein Gefühl! In den  ersten Sekunden des freien Falls habe ich nicht realisiert, was da eigentlich passiert. Aber danach war die Angst einer endlosen Freude gewichen. Wie man auf den Bildern sieht, konnte ich gar nicht mehr aufhören zu lachen und mich am Leben zu freuen
J Nach gefühlt weit weniger als 45 Sekunden, wurde dann aber auch schon der Fallschirm geöffnet.  Dieses Hinabgleiten war aber auch wunderschön, ich konnte den Ausblick und das Fliegen wirklich genießen.
Unten angekommen gab mir mein Bauch zwar verstehen, dass er mit der Aktion nicht ganz einverstanden war, ich jedoch war immer noch im „Flug-Rausch“.  Aber auch hier sind mal wieder Bilder aussagekräftiger als Worte – schauet und staunet:


Ausblick auf den Mt. Cook
 
                                              lächelnd am Rande des Abgrunds :)
 
 
 
"Juhu ich fliege!!" 

                                                                    kurz vor der Landung
 
 
Heute haben uns mit Inanna und Jonas wieder getroffen, da wir ab morgen zusammen eine viertägige Wanderung durch die Berge und das Fjordland machen wollen. Darauf freuen wir uns schon sehr!

Bis dahin
Jo und Jul

Kommentare:

  1. Freut mich total, dass es bei dir auch so genial war :) ich denke, das ist so was Einmaliges, da ist das Geld gut investiert! Wünsche euch allen erdenklichen Spaß und grüßt mir Jonas und Inanna ganz lieb! Viele Grüße aus Tekapo von Lucas, dessen Abenteuer nun bald schon zu Ende geht :)

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  2. jooo:) das ist auch einfach beim zweiten mal lesen immer noch total aufregend und spannend!! ich bin echt stolz auf dich!!<3 Die Bilder sind einfach soo genial!<3 ich denke an euch!!:* Anna <3

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